Greenwashing erklärt
Der Begriff Greenwashing wurde erstmals 1986 vom Umweltschützer Jay Westerveld geprägt. Ihm fiel auf, dass ein Hotel seine Gäste bat, Handtücher „zur Rettung des Planeten“ mehrfach zu verwenden, während es gleichzeitig seine Anlagen in ökologisch sensible Gebiete ausweitete. Hier klafften Marketing und Realität weit auseinander.
Heute versteht man unter Greenwashing den Versuch von Unternehmen, sich umweltfreundlicher darzustellen, als sie tatsächlich sind. Oft geschieht dies durch vage, übertriebene oder irreführende Aussagen im Marketing, beim Branding oder in der Investorenkommunikation.
Warum Greenwashing dem Klimaschutz schadet
In einer Zeit, in der Klimaziele drängen und die globalen Emissionen bis 2030 halbiert werden müssen, untergräbt Greenwashing das Vertrauen. Es führt gutgläubige Konsumenten in die Irre und verschafft Unternehmen einen Freibrief, echte Maßnahmen aufzuschieben. Zudem verzerrt es den Wettbewerb: Unternehmen, die massiv in echte Dekarbonisierung investieren, müssen gegen jene antreten, die lediglich „Nachhaltigkeits-Marketing“ betreiben.
Greenwashing vs. echte Nachhaltigkeit
Auf den ersten Blick sehen Greenwashing und echte Nachhaltigkeit oft sehr ähnlich aus. Beide nutzen die Sprache des Klimaschutzes, sprechen von Net-Zero-Zielen und Verantwortung. Der entscheidende Unterschied liegt in der Substanz gegenüber dem reinen Storytelling.
Greenwashing konzentriert sich auf die Wahrnehmung. Es priorisiert das Image gegenüber Stakeholdern und verlässt sich auf geschönte Botschaften, selektive Daten oder vage Versprechen ohne messbare Wirkung. Echte Nachhaltigkeit hingegen ist in Taten, Beweisen und Rechenschaftspflicht verwurzelt. Sie erfordert von Unternehmen, ihre Umweltauswirkungen ehrlich zu messen, sie transparent offenzulegen und konkrete Schritte zur Emissionsreduzierung einzuleiten.
Greenwashing: Vage Marketingversprechen
Echte Nachhaltigkeit: Verifizierte Umweltdaten
Greenwashing: Fokus auf das Markenimage
Echte Nachhaltigkeit: Fokus auf Emissionsreduktion
Greenwashing: Nutzung von Buzzwords ohne Belege
Echte Nachhaltigkeit: Nutzung von Frameworks wie GHG Protocol, CSRD und SBTi
Greenwashing: Übertreibung kleiner Verbesserungen
Echte Nachhaltigkeit: Transparente Berichte über reale Fortschritte
Greenwashing: Eine Zeitleiste
- 1986 – Begriff „Greenwashing“ wird von Jay Westerveld geprägt
- 2000er – Zunahme von „grünem Marketing“, ESG gewinnt an Bedeutung
- 2015 – Das Pariser Klimaabkommen löst weltweite Nachhaltigkeitsversprechen aus
- 2021 – Volkswagen-Dieselgate erschüttert das Vertrauen in grüne Kommunikation
- 2022 – UN veröffentlicht „Integrity Matters“ mit Richtlinien für glaubwürdigen Klimaschutz
- 2023 – EU schlägt neue Gesetze gegen Greenwashing vor
- 2025 – Geplante Umsetzung der EU-Vorgaben zur Bekämpfung von Greenwashing
10 gängige Greenwashing-Taktiken
Greenwashing ist nicht immer offensichtlich. Oft ist es so konzipiert, dass es sich wie echte Nachhaltigkeit anfühlt. Hier sind zehn der häufigsten Taktiken, die heute in Verpackungen, ESG-Berichten und der Unternehmenskommunikation verwendet werden:
- Vage Begriffe wie „umweltfreundlich“ oder „grün“: Wörter wie „öko“ oder „planet-safe“ klingen gut, sind ohne Definitionen oder Belege aber oft nur heiße Luft.
- Irreführende Bilder: Üppige Wälder oder saubere Flüsse in der Werbung suggerieren Verantwortung, selbst wenn das Produkt nichts mit Nachhaltigkeit zu tun hat.
- Cherry-picking bei Daten: Ein Unternehmen hebt hervor, dass im Büro nun Recyclingpapier genutzt wird, verschweigt aber die massiven Emissionen in der Produktion.
- Das Gute betonen, das Schlechte verstecken: Fokus auf klimaneutrale Verpackungen, während man gleichzeitig in fossile Brennstoffe investiert.
- Missbrauch von Zertifikaten: Unverifizierte Labels oder selbst ausgestellte Siegel erwecken einen offiziellen Anschein ohne externe Prüfung.
- Übertreibung von Carbon Offsetting: Kompensation kann Teil einer Strategie sein, sollte aber niemals die Reduktion von Emissionen ersetzen.
- „Net Zero“ ohne glaubwürdigen Plan: Ein Versprechen ohne Zwischenziele und Transparenz ist lediglich eine PR-Aktion.
- „Natürlich“ oder „Clean“ ohne Definition: Diese Wohlfühlbegriffe sind ohne Erklärung oft bedeutungslos und lassen viel Interpretationsspielraum.
- Vergleich unbezogener Produkte: Aussagen wie „50 % nachhaltiger“ sind irreführend, wenn unklar ist, was die Vergleichsbasis ist.
- Falsche Recyclingversprechen: Dass etwas theoretisch recycelbar ist, bedeutet nicht, dass es in der Praxis auch geschieht.
Greenwashing in ESG- und Klimaberichterstattung
Da Nachhaltigkeitsberichte immer mehr zum Standard werden, verlagert sich Greenwashing zunehmend weg vom reinen Konsumentenmarketing hin zu ESG-Offenlegungen, CO2-Bilanzen und Klimaverpflichtungen. Zwar verbessern Rahmenwerke und strengere Regulierungen die Transparenz, doch die wachsende Komplexität der ESG-Berichterstattung bietet auch neue Schlupflöcher für irreführende oder übertriebene Aussagen.
Greenwashing ist in diesem Kontext oft weniger offensichtlich, aber potenziell weitaus schädlicher. Investoren, Regulierungsbehörden und andere Stakeholder verlassen sich auf ESG-Daten, um Klimarisiken und Fortschritte zu bewerten. Wenn diese Daten unvollständig, nicht verifizierbar oder selektiv präsentiert werden, untergräbt das das Vertrauen und verzögert echte Klimaschutzmaßnahmen.
ESG-Behauptungen ohne verifizierte Daten
Ein Produkt, eine Dienstleistung oder ein ganzes Unternehmen als „klimafreundlich“ oder „kohlenstoffarm“ zu bezeichnen, ohne konkrete Emissionsdaten vorzulegen, ist eine gängige Form des Greenwashings. Eine glaubwürdige ESG-Berichterstattung erfordert quantifizierte Ergebnisse, klare Systemgrenzen und konsistente Methoden statt reinem Marketing-Sprech oder oberflächlichen Statements.
Fehlende Validierung durch Dritte
Ohne eine unabhängige Prüfung oder die Ausrichtung an anerkannten Standards wie dem GHG Protocol sind Nachhaltigkeitsbehauptungen nur schwer zu bewerten oder zu vergleichen. Eine externe Validierung schafft Glaubwürdigkeit und stellt sicher, dass die gemeldeten Daten die Realität widerspiegeln und nicht bloß auf internen Annahmen basieren.
Mangelnde Transparenz bei Scope 3
Viele Organisationen konzentrieren sich auf Scope 1 und 2 Emissionen, da diese leichter zu messen sind. Dabei werden Scope 3 Emissionen oft heruntergespielt oder gänzlich ignoriert. In vielen Branchen machen diese indirekten Emissionen jedoch den Großteil des gesamten Fußabdrucks aus. Wer sie weglässt, verzerrt die tatsächlichen Auswirkungen des Unternehmens auf das Klima massiv.
Missbrauch von Nachhaltigkeits-Frameworks
Ein weiteres Problem ist die Erwähnung von Frameworks wie CSRD, SFDR oder SBTi, ohne die dahinterstehenden Reporting-Methoden tatsächlich vollständig anzuwenden. Ein Framework lediglich beim Namen zu nennen bedeutet noch lange nicht, dass man konform handelt. Eine seriöse Berichterstattung setzt voraus, dass diese Standards korrekt, konsistent und absolut transparent angewendet werden.
Regulierungen und Standards
Regierungen weltweit verschärfen die Regeln. In den USA geben die FTC Green Guides Orientierung, während die EU mit neuen Richtlinien ernst macht. Unternehmen müssen künftig Umweltbehauptungen mit harten Fakten untermauern und auf vage Begriffe verzichten. Initiativen wie CSRD, SFDR und ISSB arbeiten daran, die Datenqualität und Vergleichbarkeit weltweit zu verbessern und die Lücke zwischen PR-Anspruch und Performance-Realität zu schließen.
Was die FTC Green Guides besagen
In den USA veröffentlicht die Federal Trade Commission (FTC) die sogenannten Green Guides. Diese dienen Unternehmen als Leitfaden, um irreführendes Umweltmarketing zu vermeiden. Die Richtlinien legen fest, dass:
- Umweltbezogene Aussagen klar, spezifisch und präzise sein müssen
- Kennzeichnungen erklären sollten, ob sich Aussagen auf das Produkt, die Verpackung oder eine bestimmte Komponente beziehen
- Vergleichende Werbeaussagen ordnungsgemäß belegt sein müssen
Auch wenn die Durchsetzung in der Vergangenheit begrenzt war, können Verstöße heute zu rechtlichen Schritten, Geldstrafen und massiven Reputationsschäden führen.
Die neue EU-Richtlinie gegen Greenwashing
Die Europäische Union führt strengere Regeln ein, um Greenwashing im gesamten Binnenmarkt zu bekämpfen. Unter der kommenden Richtlinie werden Unternehmen verpflichtet:
- Umweltbezogene Behauptungen durch glaubwürdige Beweise zu untermauern
- Vage oder allgemeine Begriffe wie „grün“ oder „umweltfreundlich“ ohne Belege zu vermeiden
- Standardisierte Offenlegungs- und Berichterstattungspraktiken zu befolgen
Diese Regeln betreffen alle Unternehmen, die in der EU tätig sind oder dorthin verkaufen. Die Auswirkungen sind weitreichend und betreffen die Finanzwelt, die Fertigungsindustrie, den Einzelhandel sowie die gesamten Lieferketten.
Wie die UN gegen irreführende Klimaversprechen vorgeht
Die UN High-Level Expert Group on Net-Zero Emissions Commitments hat den Bericht „Integrity Matters“ veröffentlicht, um die Glaubwürdigkeitslücke bei Klimaversprechen zu schließen. Der Bericht definiert Prinzipien für vertrauenswürdige Net-Zero-Zusagen:
- Priorisierung tatsächlicher Emissionsreduzierungen gegenüber Kompensationen (Offsets)
- Festlegung klarer, wissenschaftlich fundierter Ziele
- Regelmäßige und transparente Berichterstattung über die Fortschritte
Die UN fordert zudem stärkere Kontrollmechanismen und klarere Standards, um Greenwashing auf globaler Ebene zu verhindern.
Die Bedeutung harmonisierter ESG-Berichtsstandards
Ein Haupttreiber für Greenwashing ist der Mangel an weltweit einheitlichen Berichtsregeln. Diese Landschaft verändert sich gerade grundlegend durch Initiativen wie:
- CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive)
- SFDR (Sustainable Finance Disclosure Regulation)
- ISSB (International Sustainability Standards Board)
Zusammen zielen diese Rahmenwerke darauf ab, die Datenqualität, Vergleichbarkeit und Transparenz zu verbessern. Sie helfen dabei, die Lücke zwischen Nachhaltigkeitsversprechen und tatsächlicher Leistung zu schließen.
Warum Unternehmen Greenwashing betreiben
Greenwashing resultiert nicht immer aus einer bewussten Täuschung. In vielen Fällen ist es ein Nebenprodukt von Marktdruck, internen Wissenslücken oder falsch gesetzten Prioritäten. Doch unabhängig von der Absicht bleibt das Ergebnis gleich: irreführende Behauptungen, die den echten Fortschritt verzerren und Vertrauen verspielen.
Hier sind die häufigsten Treiber für Greenwashing in Unternehmen:
Nachfrage der Konsumenten nach nachhaltigen Produkten
Kunden achten heute auf den Planeten. Tatsächlich beziehen mittlerweile 85 % der globalen Konsumenten Nachhaltigkeit in ihre Kaufentscheidungen ein. Viele sind bereit, für umweltverantwortliche Produkte mehr zu bezahlen. Das schafft einen starken Anreiz für Marken, „grün“ zu erscheinen, selbst wenn sie keine wesentlichen Änderungen vorgenommen haben. Für manche Unternehmen ist die Versuchung, nachhaltig zu wirken statt nachhaltig zu handeln, einfach zu groß.
Druck durch Investoren
Der Boom von ESG-Investitionen führt dazu, dass Unternehmen unter wachsendem Druck stehen, Klimaverantwortung zu beweisen – nicht nur gegenüber Kunden, sondern vor allem gegenüber Aktionären. Milliarden fließen in Portfolios mit ESG-Label, doch vielen dieser Fonds fehlen robuste Standards zur Validierung der Behauptungen. So ist ein System entstanden, in dem vage Nachhaltigkeitsfloskeln dabei helfen können, Kapital zu sichern, selbst wenn messbare Effekte fehlen.
Mangel an interner Nachhaltigkeitsexpertise
Nachhaltigkeit ist komplex und entwickelt sich rasant weiter. Vielen Unternehmen fehlen schlichtweg das interne Wissen, die Tools oder die Systeme, um Emissionen präzise zu messen, Frameworks richtig zu interpretieren oder ihre Klimaversprechen zu validieren. Ohne die richtige Expertise passiert es schnell, dass Fortschritte unabsichtlich übertrieben dargestellt werden oder man sich auf veraltete Annahmen verlässt.
Marketing ohne Anbindung an den operativen Bereich
Wenn die Nachhaltigkeitskommunikation ausschließlich vom Marketingteam gesteuert wird – ohne enge Abstimmung mit der Lieferkette, der Rechtsabteilung oder den ESG-Verantwortlichen – steigt das Greenwashing-Risiko massiv an. Gutmeinende Werbetexter bewerben dann Initiativen, die zwar gut klingen, aber nicht mit der tatsächlichen Performance oder den Compliance-Pflichten des Unternehmens übereinstimmen.
Die realen Auswirkungen von Greenwashing
Greenwashing ist nicht nur ein Problem für das Marketing, es hat handfeste Konsequenzen. Von schwindendem öffentlichem Vertrauen bis hin zur Verzögerung von Klimaschutzmaßnahmen sind die Folgewirkungen falscher oder übertriebener Nachhaltigkeitsversprechen weitreichend.
Täuschung gutgläubiger Konsumenten
Die meisten Menschen möchten verantwortungsbewusste Entscheidungen treffen. Viele sind bereit, für Nachhaltigkeit einen Aufpreis zu zahlen, in der Annahme, dass Produkte mit Öko-Label geprüft wurden. Greenwashing nutzt dieses Vertrauen aus und lenkt Kapital sowie Aufmerksamkeit zu Unternehmen, die der Umwelt nicht wirklich helfen, während diejenigen, die es tun, leer ausgehen.
Schaden für das Vertrauen in Nachhaltigkeit als Ganzes
Wenn grüne Versprechen als falsch entlarvt werden, geht der Schaden weit über eine einzelne Marke hinaus. Konsumenten und Stakeholder werden gegenüber sämtlichen Nachhaltigkeitsbemühungen skeptisch. Das macht es für glaubwürdige Unternehmen immer schwerer, Vertrauen aufzubauen, und bremst die gesamte Branche in ihrer Entwicklung aus.
Benachteiligung von Unternehmen mit echtem Fortschritt
Wahrhaft nachhaltige Unternehmen investieren massiv in Dekarbonisierung, ethische Beschaffung und ESG-Reporting. Wenn Wettbewerber jedoch Greenwashing nutzen, um die bessere Story zu erzählen, ohne die eigentliche Arbeit zu leisten, entstehen unfaire Marktbedingungen. Das bestraft Authentizität und verringert den Anreiz für tiefgreifende Investitionen in den Klimaschutz.
Täuschung gutgläubiger Konsumenten
Die meisten Menschen möchten verantwortungsbewusste Entscheidungen treffen. Viele sind bereit, für Nachhaltigkeit einen Aufpreis zu zahlen, in der Annahme, dass Produkte mit Öko-Label geprüft wurden. Greenwashing nutzt dieses Vertrauen aus und lenkt Kapital sowie Aufmerksamkeit zu Unternehmen, die der Umwelt nicht wirklich helfen, während diejenigen, die es tun, leer ausgehen.
Schaden für das Vertrauen in Nachhaltigkeit als Ganzes
Wenn grüne Versprechen als falsch entlarvt werden, geht der Schaden weit über eine einzelne Marke hinaus. Konsumenten und Stakeholder werden gegenüber sämtlichen Nachhaltigkeitsbemühungen skeptisch. Das macht es für glaubwürdige Unternehmen immer schwerer, Vertrauen aufzubauen, und bremst die gesamte Branche in ihrer Entwicklung aus.
Benachteiligung von Unternehmen mit echtem Fortschritt
Wahrhaft nachhaltige Unternehmen investieren massiv in Dekarbonisierung, ethische Beschaffung und ESG-Reporting. Wenn Wettbewerber jedoch Greenwashing nutzen, um die bessere Story zu erzählen, ohne die eigentliche Arbeit zu leisten, entstehen unfaire Marktbedingungen. Das bestraft Authentizität und verringert den Anreiz für tiefgreifende Investitionen in den Klimaschutz.
Verzögerung kritischer Klimaschutzmaßnahmen
Die vielleicht gefährlichste Auswirkung ist, dass Greenwashing eine Illusion von Fortschritt erzeugt. Das erlaubt es Unternehmen, echte Emissionsreduzierungen aufzuschieben oder ganz zu vermeiden. In einer Zeit, in der die Klimawissenschaft klare und dringende Fakten liefert, verschwenden Scheinlösungen wertvolle Zeit und bremsen die Dynamik, die für das Erreichen von Net-Zero-Zielen notwendig ist.
Greenwashing: Häufig gestellte Fragen
Was ist Greenwashing?
Greenwashing ist eine irreführende Marketingpraktik, bei der Unternehmen ihre Produkte, Dienstleistungen oder Abläufe als umweltfreundlicher darstellen, als sie tatsächlich sind. Das Ziel ist es, von der steigenden Nachfrage nach Nachhaltigkeit zu profitieren, ohne echte Anstrengungen zur Reduzierung von Umweltschäden zu unternehmen. Dies geschieht oft durch vage Formulierungen, irreführende Bilder oder die selektive Preisgabe von Fakten, um ein grüneres Image zu erzeugen, als es der Realität entspricht.
Warum ist Greenwashing ein Problem?
Es untergräbt echte Nachhaltigkeitsbemühungen, indem es Konsumenten täuscht und einen unfairen Wettbewerb für Unternehmen schafft, die sich wirklich für die Umwelt engagieren. Es zerstört Vertrauen, verwirrt die Öffentlichkeit und bremst den Fortschritt hin zu echten Klima- und Umweltzielen. In vielen Fällen erlaubt es Unternehmen, schädliche Praktiken hinter einer Maske der Nachhaltigkeit fortzuführen.
Wie erkenne ich Greenwashing?
Achten Sie auf diese Warnsignale:
- Vage oder unbestätigte Behauptungen: Begriffe wie „umweltfreundlich“ oder „natürlich“ ohne Belege.
- Fehlende Zertifizierungen: Keine Prüfung durch Dritte oder fehlende rückverfolgbare Daten.
- Fokus auf Nebensächlichkeiten: Überbetonung kleiner grüner Initiativen, während massive negative Auswirkungen ignoriert werden.
- Irreführende Optik: Grüne Verpackungen oder Naturmotive, die Umweltfreundlichkeit nur suggerieren.
- Versteckte Zielkonflikte: Recycelbare Verpackungen für ein Produkt, das einen extrem hohen CO2-Fußabdruck hat.
Was sind typische Beispiele für Greenwashing?
- Fast Fashion Marken: Bewerben von „Conscious Collections“ mit geringem Bio-Baumwollanteil bei gleichzeitiger Beibehaltung der Massenproduktion.
- Automobilhersteller: Werbung für kraftstoffeffiziente Autos bei gleichzeitigem Lobbying gegen Emissionsvorschriften.
- Lebensmittelmarken: Kennzeichnung als „natürlich“ oder „nachhaltig“ ohne Zertifizierung oder Transparenz in der Lieferkette.
- Öl- und Gaskonzerne: Hervorheben von Investitionen in erneuerbare Energien, die nur einen Bruchteil des gesamten Portfolios ausmachen.
Ist Greenwashing illegal?
Nicht immer, aber es gerät zunehmend ins Visier von Verbraucherschutz- und Werbegesetzen. In der EU wird die kommende Green Claims Directive Unternehmen dazu verpflichten, Umweltaussagen wissenschaftlich zu belegen. In den USA bieten die FTC Green Guides Orientierung, wobei Verstöße rechtliche Konsequenzen haben können. Weltweit gehen Aufsichtsbehörden immer härter gegen irreführende Werbeversprechen vor.
Wie können Unternehmen Greenwashing vermeiden?
Unternehmen sollten:
- Alle Nachhaltigkeitsaussagen mit transparenten, verifizierbaren Daten belegen.
- Anerkannte Zertifizierungen von Drittanbietern nutzen (z. B. B Corp, FSC, GOTS).
- Umfassend und regelmäßig über Umweltauswirkungen berichten (z. B. nach GHG Protocol oder CDP).
- Vage Sprache vermeiden und stattdessen spezifische, messbare Ziele kommunizieren.
- Die Zusammenarbeit zwischen Nachhaltigkeits-, Marketing- und Compliance-Teams fördern.
Was ist der Unterschied zwischen Greenwashing und echter Nachhaltigkeit?
Greenwashing setzt auf Wahrnehmung ohne Taten und nutzt irreführende Taktiken für ein öko-bewusstes Image. Echte Nachhaltigkeit beinhaltet messbare, transparente und langfristige Verpflichtungen zu ökologischer und sozialer Verantwortung, die oft durch unabhängige Audits und Berichte bestätigt werden. Der Hauptunterschied liegt in der Rechenschaftspflicht und der tatsächlichen Wirkung.
Welche Folgen hat Greenwashing für Unternehmen?
- Reputationsschäden und Verlust des Kundenvertrauens.
- Rechtliche Schritte oder Bußgelder, besonders in regulierten Märkten.
- Verlust des Vertrauens von Investoren.
- Verstärkte Kontrolle durch Medien, NGOs und Aufsichtsbehörden.
- Langfristige Entwertung der Marke, besonders bei jüngeren Zielgruppen wie Gen Z und Millennials.
Wie wirkt sich Greenwashing auf Konsumenten aus?
Es verleitet Menschen zu der Annahme, sie würden eine umweltbewusste Wahl treffen. Das führt zu einem falschen Gefühl der Wirksamkeit, lenkt von echten Klimalösungen ab und verschwendet Ressourcen für Marken, die nicht mit den eigenen Werten übereinstimmen.
Welche Rolle spielen Regulierungen?
Regulierungen sind der Schlüssel, um Unternehmen zur Rechenschaft zu ziehen. Beispiele sind die EU Green Claims Directive, der britische CMA Green Claims Code oder die FTC Green Guides in den USA. Diese Rahmenwerke standardisieren das grüne Marketing und schützen Konsumenten vor irreführenden Narrativen.
Können auch kleine Unternehmen Greenwashing betreiben?
Ja, Greenwashing ist nicht auf Großkonzerne beschränkt. Kleine und mittlere Unternehmen können Kunden unabsichtlich täuschen, wenn es an Fachwissen, Zertifizierungen oder Marketingkontrolle fehlt. Unabhängig von der Größe sind Transparenz und Ehrlichkeit die Basis für echtes Vertrauen.
Wie kann ich prüfen, ob Nachhaltigkeitsversprechen wahr sind?
- Nachhaltigkeitsberichte nach Standards wie GRI oder CDSB.
- Zertifizierungen wie B Corp, GOTS, FSC, Fair Trade oder Carbon Trust.
- Öffentliche Offenlegungen via CDP oder die Science-Based Targets Initiative (SBTi).
Was ist Greenhushing?
Greenhushing ist das bewusste Verschweigen von Nachhaltigkeitsinitiativen, oft aus Angst vor öffentlicher Kritik oder Vorwürfen des Greenwashings. Im Gegensatz zum Greenwashing, das übertreibt, spielt Greenhushing Erfolge herunter. Das mindert zwar Reputationsrisiken, steht aber einer notwendigen Transparenz und Zusammenarbeit im Weg.
Welche Branchen sind besonders anfällig für Greenwashing?
Vor allem Branchen mit hohen Umweltauswirkungen und starkem öffentlichem Druck:
- Fast Fashion: Nicht nachhaltige Produktion hinter „Eco-Kollektionen“.
- Öl und Gas: Fokus auf geringfügige Investitionen in Erneuerbare.
- Automobilindustrie: Emissionsskandale und irreführende Öko-Labels.
- Kosmetik und Körperpflege: Begriffe wie „Clean“ oder „schadstofffrei“ ohne Belege.
- Lebensmittel und Getränke: Vage Aussagen zu „natürlicher“ Herkunft ohne Transparenz in der Lieferkette.
Der Carbmee-Ansatz: Echter Klimaschutz statt PR-Spin
Wir bei Carbmee sind davon überzeugt, dass Nachhaltigkeit messbar, rechenschaftspflichtig und wissenschaftlich fundiert sein muss – sie darf keine reine Marketingtaktik sein. Greenwashing untergräbt alles, wofür echter Klimaschutz steht. Deshalb haben wir unsere Plattform entwickelt, um dieses Problem direkt an der Wurzel zu packen.
Warum datengestützte Transparenz der einzige Weg nach vorn ist
Das Environmental Intelligence System (EIS™) von Carbmee hilft Unternehmen dabei, ihre CO2-Emissionen über Scope 1, 2 und 3 hinweg präzise zu berechnen, zu verwalten und zu reduzieren. Keine bloßen Annahmen. Kein Raten. Nur genaue, verifizierbare Daten, die an internationalen Rahmenwerken ausgerichtet sind.
Wie Carbmee Unternehmen dabei unterstützt, Greenwashing zu vermeiden
Wir ermöglichen es Organisationen:
- Ihren Emissions-Fußabdruck basierend auf dem GHG Protocol zu prüfen
- Ihre Berichterstattung an CSRD, SFDR und SBTi auszurichten
- Transparente und belastbare Nachhaltigkeitsbehauptungen zu teilen
- Reale Reduktionspotenziale in den eigenen Abläufen und Lieferketten zu identifizieren
Sind Sie bereit, vage Versprechen durch echten Fortschritt zu ersetzen? Buchen Sie eine Demo und erfahren Sie, wie Carbmee Ihnen hilft, eine glaubwürdige, datengestützte Dekarbonisierungsstrategie aufzubauen und sowohl regulatorischen Anforderungen als auch Reputationsrisiken immer einen Schritt voraus zu sein.






