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    GHG Protocol: Scope 1, 2 und 3 einfach erklärt

    Von der Fertigung bis zur Logistik: Nahezu jede unternehmerische Tätigkeit ist mit Treibhausgasemissionen verbunden. Das GHG Protocol schafft den globalen Standard, um diese Emissionen strukturiert zu erfassen – gegliedert nach Scope 1, 2 und 3.

    Erfahren Sie, wie Sie mit Carbmee Ihre größten Emissionsquellen identifizieren und sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschaffen können.

    8 Minuten Lesezeit

    Was ist das GHG-Protokoll?

    Was sind Scope 1, 2 und 3? (Definition)

    Welche Emissionen fallen unter Scope 3?

    Was sind die 7 Standards des GHG-Protokolls?

    Warum ist das GHG Protocol für Unternehmen wichtig?

    Weniger Aufwand, mehr Transparenz: Mit Carbmee zur GHG-Compliance

    GHG und Scope 1, 2, 3: Häufig gestellte Fragen (FAQ)

    Was ist das GHG-Protokoll?

    Das GHG Protocol (Greenhouse Gas Protocol) – auf Deutsch auch als Treibhausgasprotokoll bekannt – ist der weltweit umfassendste und am weitesten verbreitete Standard zur Messung und Steuerung von Treibhausgasemissionen. Es wurde 1998 als gemeinsame Initiative des World Resources Institute (WRI) und des World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) ins Leben gerufen. Das GHG-Protokoll verfolgt ein klares Ziel: Unternehmen, Regierungen und Organisationen weltweit dabei zu unterstützen, ihre Emissionen vollständig zu erfassen, strukturiert zu berichten und gezielt zu reduzieren.

    Was sind Scope 1, 2 und 3? (Definition)

    Treibhausgasemissionen entstehen an sehr unterschiedlichen Stellen – in der eigenen Produktion, beim Stromeinkauf oder tief in der Lieferkette. Um diese Vielfalt systematisch zu erfassen, gliedert das GHG-Protokoll Emissionen in drei klar definierte Kategorien: Scope 1, 2 und 3. Die Einteilung richtet sich nicht nach der Art der Emission, sondern danach, wie viel Einfluss ein Unternehmen auf die jeweilige Quelle hat.

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    Scope 1: Direkte Emissionen

    Scope-1-Emissionen sind direkte Treibhausgasemissionen aus Quellen, die sich im Eigentum oder unter der Kontrolle eines Unternehmens befinden – etwa Produktionsanlagen, Firmenfahrzeuge oder eigene Heizsysteme. Sie entstehen unmittelbar aus der täglichen Geschäftstätigkeit und werden direkt in die Atmosphäre freigesetzt.

    Beispiele für Scope-1-Emissionen:

    • Verbrennungsemissionen aus unternehmenseigenen Fahrzeugen
    • Prozessemissionen aus der eigenen Produktion
    • Fugitive Emissionen, z. B. aus Kältemitteln oder Leckagen

    Die Berichterstattung über Scope-1-Emissionen ist verpflichtend.


    Scope 2: Indirekte Emissionen aus zugekaufter Energie

    Scope-2-Emissionen entstehen durch den Verbrauch von extern bezogenem Strom, Dampf, Wärme oder Kühlung. Obwohl die Emissionen physisch beim Energieerzeuger anfallen, werden sie dem verbrauchenden Unternehmen zugerechnet – etwa der Strom für Bürobeleuchtung oder Produktionsmaschinen.

    Beispiele für Scope-2-Emissionen:

    • Zugekaufter Strom für Büros, Rechenzentren und Produktionsanlagen
    • Fernwärme oder -kälte aus externen Versorgungsnetzen
    • Dampfbezug für industrielle Prozesse

    Die Offenlegung von Scope-2-Emissionen ist ebenfalls gesetzlich vorgeschrieben.

    Hinweis: Das GHG Protocol hat im Oktober 2025 eine Überarbeitung seiner Scope-2-Guidance eingeleitet. Die finale aktualisierte Version wird voraussichtlich 2027 wirksam. Bis dahin gilt die bestehende Guidance unverändert, Unternehmen sollten die Entwicklungen dennoch aktiv verfolgen.

    Scope 3: Indirekte Emissionen in der Lieferkette

    Scope-3-Emissionen sind die umfangreichste und für die meisten Unternehmen bedeutendste Kategorie. Sie umfassen alle indirekten Emissionen, die entlang der vor- und nachgelagerten Lieferkette entstehen – also außerhalb der eigenen Betriebsgrenzen, aber im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens. Bei Industrieunternehmen machen Scope-3-Emissionen oft mehr als 70 % der gesamten CO₂-Bilanz aus.

    Beispiele für Scope-3-Emissionen:

    • Rohstoffgewinnung und Vorprodukte von Lieferanten
    • Transport und Logistik durch Dritte
    • Geschäftsreisen und Pendlerverkehr der Belegschaft
    • Nutzung und Entsorgung verkaufter Produkte
    • Investitionen und Finanzierungsaktivitäten

    Durch CSRD und ESRS müssen Unternehmen relevante Scope-3-Emissionen erfassen und offenlegen. Da sie den größten Hebel für echte Dekarbonisierung bieten, ist ihre systematische Messung nicht nur eine regulatorische Anforderung. Es ist eine strategische Notwendigkeit.

    Type of Scope 1, 2, and 3 emissions with definitions.

    Welche Emissionen fallen unter Scope 3?

    Scope-3-Emissionen sind in 15 eigenständige Kategorien unterteilt, die je nach ihrer Position in der Lieferkette als „vorgelagert" (Upstream) oder „nachgelagert" (Downstream) klassifiziert werden.


    Vorgelagerte Scope-3-Emissionen (Upstream)

    Vorgelagerte Emissionen entstehen vor der eigenen Wertschöpfung – also bei der Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen, bevor diese das Unternehmen erreichen.

    1. Eingekaufte Güter und Dienstleistungen (Scope 3.1): Emissionen aus der Produktion aller Güter und Dienstleistungen, die ein Unternehmen einkauft – von der Rohstoffgewinnung bis zur Anlieferung (Cradle-to-Gate). Erfasst werden müssen die Emissionen aus Gewinnung, Herstellung und Transport aller zugekauften, geleasten oder anderweitig erworbenen Güter und Dienstleistungen.

    2. Kapitalgüter: Emissionen aus der Herstellung von Kapitalgütern, die ein Unternehmen erwirbt – etwa Maschinen, Anlagen oder Gebäude. Auch hier gilt das Cradle-to-Gate-Prinzip: Erfasst werden Emissionen aus Gewinnung, Produktion und Transport beim Kauf oder Erwerb.

    3. Brennstoff- und energiebezogene Aktivitäten: Emissionen aus der Gewinnung, Produktion und dem Transport von Brennstoffen und Energie, die vom Unternehmen bezogen werden – soweit nicht bereits in Scope 1 oder 2 erfasst. Dazu gehören:

    • Vorgelagerte Emissionen aus verbrauchten zugekauften Brennstoffen
    • Vorgelagerte Emissionen aus zugekauftem Strom – einschließlich der Emissionen aus Gewinnung, Produktion und Transport der zur Stromerzeugung eingesetzten Brennstoffe
    • Übertragungs- und Verteilungsverluste (T&D-Verluste) aus der Erzeugung von Strom, Dampf, Wärme und Kälte – gemeldet durch den Endverbraucher
    • Erzeugung von zugekauftem Strom, Dampf sowie Wärme und Kälte, der später an Endverbraucher verkauft wird – gemeldet durch Versorgungsunternehmen oder Energiehändler

    4. Vorgelagerter Transport und Verteilung: Emissionen aus dem Transport von Gütern über Luft, Straße, Schiene, See sowie durch Drittanbieter oder aus der Lagerung. Dazu zählen:

    • Transport und Verteilung von Gütern, die das Unternehmen für seinen Betrieb einkauft, sowie zwischen Tier-1-Lieferanten – in Fahrzeugen oder Einrichtungen, die nicht dem Unternehmen gehören
    • Transport- und Verteilungsleistungen des Unternehmens selbst, einschließlich ein- und ausgehender Logistik sowie Transport zwischen eigenen Standorten

    5. Abfall aus dem Geschäftsbetrieb: Emissionen aus der Entsorgung und Behandlung von Abfällen, die im Betrieb des Unternehmens anfallen – etwa Abwasser, Deponierung oder Kompostierung.

    6. Geschäftsreisen: Emissionen aus dem Transport von Mitarbeitern für geschäftliche Aktivitäten – per Flugzeug, Bus, Bahn oder Mietwagen.

    7. Pendelverkehr der Mitarbeiter: Emissionen, die beim täglichen Arbeitsweg der Mitarbeiter entstehen – mit dem Auto, der Bahn, dem Bus, dem Flugzeug, der U-Bahn oder im Homeoffice.

    8. Vorgelagerte Leasinggüter: Emissionen aus dem Betrieb von Vermögenswerten, die das Unternehmen least.


    Nachgelagerte Scope-3-Emissionen (Downstream)

    Nachgelagerte Emissionen entstehen nach der eigenen Wertschöpfung – also sobald Produkte oder Dienstleistungen das Unternehmen verlassen haben.

    9. Nachgelagerter Transport und Produktverteilung: Emissionen, die entstehen, sobald hergestellte Produkte nicht mehr im Besitz des Unternehmens sind. Obwohl das Unternehmen weiterhin für Produktion und Vertrieb verantwortlich ist, erzeugen Verbraucher durch die Nutzung der Produkte zusätzliche Emissionen. Nachgelagerte Transportaktivitäten erfolgen per Luft, Straße, Schiene, See sowie durch Drittanbieter für Versand und Lagerung.

    10. Verarbeitung verkaufter Produkte: Emissionen aus der Weiterverarbeitung verkaufter Produkte durch nachgelagerte Unternehmen in der Lieferkette.

    11. Nutzung verkaufter Produkte: Emissionen aus der Nutzung verkaufter Produkte durch Endverbraucher im täglichen Gebrauch.

    12. Entsorgung verkaufter Produkte am Lebensende: Emissionen aus der Entsorgung verkaufter Produkte am Ende ihres Lebenszyklus – etwa durch Verbrennung, Recycling oder Deponierung.

    13. Nachgelagerte Leasinggüter: Emissionen aus dem Betrieb von Vermögenswerten, die dem Unternehmen gehören, aber an andere Parteien vermietet oder verleast werden. Obwohl bestimmte Leasinggüter unter Scope 1 oder 2 fallen, werden die meisten als nachgelagerte Scope-3-Aktivitäten gemeldet. Die Erfassung ist aufgrund wechselnder Kontrollverhältnisse und eingeschränkter Datenverfügbarkeit besonders komplex.

    14. Franchises: Emissionen aus dem Betrieb von Franchise-Unternehmen, die nicht in Scope 1 oder 2 des Franchisegebers enthalten sind.

    15. Investitionen: Emissionen aus den Investitionsaktivitäten des Unternehmens, soweit nicht bereits in Scope 1 oder 2 erfasst.

    Graph explaining Scope 1, 2, and 3 emissions and GHG reporting.

    Was sind die 7 Standards des GHG-Protokolls?

    Das GHG Protocol umfasst eine Reihe von Standards, die auf unterschiedliche Zielgruppen und Anwendungsbereiche zugeschnitten sind. Da sich einige davon, darunter der Corporate Standard, aktuell im Überarbeitungsprozess befinden, lohnt es sich, die Entwicklungen aktiv zu verfolgen.


    1. Corporate Standard

    Der GHG Protocol Corporate Accounting and Reporting Standard bietet Unternehmen und Regierungsorganisationen einen strukturierten Rahmen für die Erstellung präziser und konsistenter Treibhausgasinventare – auf Basis standardisierter Grundsätze und Methoden. Die wichtigsten Vorteile:

    • Reduziert den Aufwand für die Erstellung von Treibhausgasinventaren
    • Liefert die Datenbasis für eine wirksame Strategie zur Emissionsreduktion
    • Erhöht Transparenz und Konsistenz im GHG Accounting

    Der Corporate Standard ist mit anderen GHG-Programmen kompatibel – bei der Berichterstattung ist jedoch darauf zu achten, ihn klar von anderen Programmen abzugrenzen.

    2. Corporate Value Chain Standard (Scope 3)

    Der Corporate Value Chain (Scope 3) Standard ermöglicht es Unternehmen, die Emissionen ihrer gesamten Wertschöpfungskette schnell zu erfassen und die wirkungsvollsten Ansatzpunkte für Reduktionsmaßnahmen zu identifizieren.

    3. Product Standard

    Der Product Standard – auch bekannt als Product Life Cycle Accounting and Reporting Standard – hilft Unternehmen dabei, den vollständigen Lebenszyklusemissionen eines einzelnen Produkts zu verstehen. Diese Informationen ermöglichen es, Reduktionsmaßnahmen gezielt auf die emissionsintensivsten Phasen zu konzentrieren.

    4. Project Protocol

    Das GHG Protocol for Project Accounting ist ein politisch neutrales Bilanzierungsinstrument, das Unternehmen dabei unterstützt, den Wert und die Wirkung von Treibhausgasreduktions- und Klimaschutzprojekten zu identifizieren und zu quantifizieren.

    5. GHG Protocol for Cities

    Das GHG Protocol for Cities bietet einen robusten Rahmen für die stadtweite Erfassung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen. Es ist eine gemeinsame Initiative des World Resources Institute (WRI), der C40 Cities Climate Leadership Group und Local Governments for Sustainability (ICLEI). Der Standard befähigt Städte, gezielte Klimaschutzmaßnahmen zu ergreifen – von der Identifikation von Emissionsquellen bis zur Umsetzung konkreter Reduktionsstrategien.

    6. Mitigation Goal Standard

    Der GHG Protocol Mitigation Goal Standard bietet Orientierung für die Entwicklung nationaler und subnationaler Emissionsminderungsziele. Er stellt einen standardisierten Ansatz bereit, um Ziele zu bewerten, darüber zu berichten und deren Erreichung zu verfolgen. Regierungen, Unternehmen und Organisationen werden dabei unterstützt:

    • Emissionsminderungsziele zu definieren und festzulegen
    • internationalen und nationalen Berichtspflichten gegenüber Gremien wie der UNFCCC nachzukommen
    • den Fortschritt bei der Emissionsreduktion nachvollziehbar zu dokumentieren

    7. Policy and Action Standard

    Der GHG Protocol Policy and Action Standard bietet Organisationen einen standardisierten Ansatz, um die Treibhausgaswirkung von Maßnahmen und Richtlinien zu quantifizieren. Der Standard ist auf lokaler und nationaler Ebene anwendbar und gibt politischen Entscheidungsträgern eine fundierte Grundlage, um Ressourcen gezielt dort einzusetzen, wo die größte Klimawirkung erzielt werden kann.

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    Warum ist das GHG Protocol für Unternehmen wichtig?

    Unternehmen, die das GHG Protocol konsequent anwenden, profitieren auf mehreren Ebenen: Sie schaffen Transparenz gegenüber Investoren, erfüllen wachsende regulatorische Anforderungen und machen Nachhaltigkeit zur messbaren Unternehmensleistung.

    Emissionen reduzieren: Das GHG Protocol bietet einen strukturierten Rahmen zur Messung und Steuerung von Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Emissionen. Wer seine Emissionen systematisch nach diesem Standard erfasst, schafft die Datenbasis, die für eine wirksame Dekarbonisierungsstrategie und die Erreichung wissenschaftsbasierter Klimaziele (SBTi) unerlässlich ist.

    Wettbewerbsvorteil sichern: Da immer mehr führende Unternehmen das GHG-Protokoll anwenden, wird dessen Einhaltung zunehmend zur Voraussetzung für Geschäftsbeziehungen – nicht nur gegenüber Investoren und Kunden, sondern auch in der Lieferkette. Unternehmen, die frühzeitig handeln, verschaffen sich einen messbaren Vorsprung gegenüber dem Wettbewerb.

    Risiken frühzeitig erkennen: Das GHG Protocol hilft Unternehmen, klimabezogene Risiken entlang der gesamten Lieferkette zu identifizieren; etwa Abhängigkeiten von emissionsintensiven Lieferanten oder regulatorische Risiken durch CO₂-Bepreisung (CBAM). Wer diese kennt, kann proaktiv gegensteuern.

    Compliance sicherstellen: Das GHG Protocol fördert Konsistenz und Verlässlichkeit im GHG Accounting durch standardisierte Grundsätze. Gleichzeitig bildet es die methodische Grundlage für die Erfüllung wachsender regulatorischer Anforderungen – darunter die CSRD, die ESRS und die EU-Taxonomie. 

    Lieferantenmanagement stärken:Scope-3-Emissionen entstehen zu einem großen Teil bei Lieferanten. Das GHG Protocol schafft eine gemeinsame Sprache und Methodik, um Emissionsdaten entlang der L

    Weniger Aufwand, mehr Transparenz: Mit Carbmee zur GHG-Compliance

    Die vollständige Erfassung von Scope 1, 2 und 3 erfordert die richtige Methodik und leistungsstarke Tools. carbmee EIS™ ist die KI-native Plattform für Carbon Management, die Sie dabei unterstützt, Ihre CO₂-Bilanz nach dem GHG-Protokoll präzise zu messen, Reduktionsmaßnahmen gezielt zu entwickeln und deren Fortschritt im Unternehmen nachvollziehbar zu dokumentieren.

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    GHG und Scope 1, 2, 3: Häufig gestellte Fragen (FAQ)

    Welche Treibhausgase werden im GHG-Protokoll berücksichtigt?

    Das GHG Protocol erfasst die sieben Treibhausgase, die im Kyoto-Protokoll definiert sind: Kohlendioxid (CO₂), Methan (CH₄), Lachgas (N₂O), teilfluorierte Kohlenwasserstoffe (HFCs), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFCs), Schwefelhexafluorid (SF₆) und Stickstofftrifluorid (NF₃). Alle Emissionen werden einheitlich in CO₂-Äquivalenten (CO₂e) ausgedrückt, um eine vergleichbare Bilanzierung über verschiedene Gase und Unternehmen hinweg zu ermöglichen.

    Welche Rolle spielen Scope 1, 2 und 3 in einer Nachhaltigkeitsstrategie?

    Nachhaltigkeit beginnt mit vollständiger Datentransparenz und setzt die Erfassung von Scope 1, 2 und 3 voraus. Wer nur die eigenen Betriebsemissionen bilanziert, übersieht oft mehr als 70 % seiner gesamten Klimawirkung. Erst alle drei Scopes zusammen liefern die Grundlage für glaubwürdige Klimaziele und ESG-konforme Berichterstattung.

    Was sind Beispiele für Scope 1, 2 und 3?

    Scope-1-Emissionen entstehen direkt im eigenen Betrieb; etwa durch die Verbrennung von Erdgas in Produktionsanlagen, den Treibstoffverbrauch von Firmenfahrzeugen oder Prozessemissionen aus der chemischen Fertigung. Scope-2-Emissionen fallen indirekt an: zugekaufter Strom für Büros und Produktionshallen, Fernwärme für Unternehmensgebäude oder Kältebezug für Rechenzentren. Scope-3-Emissionen sind die umfangreichste Kategorie. Sie reichen von der Rohstoffgewinnung bei Lieferanten über den Transport durch Drittanbieter und Geschäftsreisen der Belegschaft bis hin zur Nutzung und Entsofgung verkaufter Produkte durch Endkunden.

    Warum sind Scope-3-Emissionen am schwierigsten zu messen?

    Scope-3-Emissionen entstehen außerhalb der direkten Kontrolle eines Unternehmens – bei Lieferanten, Logistikpartnern und Kunden entlang der gesamten Lieferkette. Die Herausforderung liegt darin, verlässliche Daten von vielen externen Akteuren einzuholen, die unterschiedliche Methoden, Systeme und Datenqualitäten verwenden. Genau das macht Scope 3 zur komplexesten und gleichzeitig wichtigsten Emissionskategorie.

    Wer hat das GHG Protocol entwickelt und warum?

    Das GHG Protocol wurde vom World Resources Institute (WRI) und dem World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) entwickelt, um einen einheitlichen globalen Rahmen für die Messung und Steuerung von Treibhausgasemissionen zu schaffen. Ziel war es, Unternehmen, Regierungen und Organisationen weltweit eine gemeinsame Sprache und Methodik für das Klimamanagement an die Hand zu geben.

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