SECR: Pflichten, Fristen & Tipps für Unternehmen
Das Wichtigste im Überblick
Definition: SECR (Streamlined Energy and Carbon Reporting) ist eine britische Berichtspflicht, die große Unternehmen zur Offenlegung ihres Energieverbrauchs und ihrer Treibhausgasemissionen verpflichtet.
Bedeutung: SECR schafft Transparenz über Emissionen und bildet die Grundlage für fundierte Dekarbonisierungsentscheidungen sowie regulatorische Sicherheit.
Herausforderungen: Unternehmen stehen vor fragmentierten Datenquellen, komplexen Berechnungen und mangelnder Transparenz entlang der Lieferkette.
SECR verpflichtet Unternehmen im Vereinigten Königreich zur transparenten Offenlegung ihrer Energie- und Emissionsdaten.
Doch hinter dieser regulatorischen Anforderung steckt mehr als reine Berichtspflicht: Richtig eingesetzt, wird SECR zum strategischen Hebel für datengetriebene Dekarbonisierung, fundierte ESG-Entscheidungen und messbaren Wettbewerbsvorteil.

Was ist SECR?
SECR steht für Streamlined Energy and Carbon Reporting und ist eine britische Berichtspflicht, die 2019 eingeführt wurde. Sie verpflichtet große Unternehmen im Vereinigten Königreich dazu, jährlich ihre Energieverbrauchsdaten, Treibhausgasemissionen und Energieeffizienzmaßnahmen in ihren Directors' Reports offenzulegen. Ziel ist es, die Transparenz über den Energieverbrauch und CO₂-Ausstoß zu erhöhen und Unternehmen dazu anzuregen, ihre Energieeffizienz zu verbessern und Emissionen zu reduzieren.

Für welche Unternehmen gilt SECR?
Die SECR-Anforderungen gelten für alle in Großbritannien registrierten, börsennotierten Unternehmen sowie für große, nicht börsennotierte Unternehmen und große Limited Liability Partnerships (LLPs). Ein Unternehmen oder eine LLP gilt als "groß", wenn es mindestens zwei der folgenden drei Kriterien innerhalb eines Geschäftsjahres erfüllt.
- Umsatz: 36 Millionen £ oder mehr
- Bilanzsumme: 18 Millionen £ oder mehr
- Mitarbeiterzahl: 250 oder mehr
Eine wichtige Ausnahme besteht für Unternehmen, die als "Nutzer mit niedrigem Energieverbrauch" gelten. Fällt Ihr gesamter Energieverbrauch im Berichtszeitraum unter 40.000 kWh, sind Sie von der detaillierten Berichtspflicht befreit, müssen dies aber in Ihrem Bericht vermerken.
Was sind die genauen Berichtspflichten laut SECR?
Um die SECR-Vorschriften vollständig zu erfüllen, müssen Unternehmen eine Reihe spezifischer Datenpunkte in ihren Jahresbericht aufnehmen. Diese Offenlegungen schaffen Vergleichbarkeit und Transparenz für Investoren, Kunden und andere Stakeholder.
- Energieverbrauch: Der gesamte Energieverbrauch in kWh aus Strom, Gas und Transport im Vereinigten Königreich.
- Treibhausgasemissionen: Die damit verbundenen jährlichen THG-Emissionen in Tonnen CO₂-Äquivalent (CO₂e), mindestens für Scope 1 (direkte Emissionen) und Scope 2 (indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie).
- Intensitätskennzahl: Eine Kennzahl, die Emissionen ins Verhältnis zu einer relevanten Geschäftsmetrik setzt (z. B. Emissionen pro Mitarbeiter oder pro produzierter Einheit), um die Effizienz über die Zeit vergleichbar zu machen.
- Energieeffizienzmaßnahmen: Eine narrative Beschreibung der wichtigsten Maßnahmen, die im Berichtsjahr zur Verbesserung der Energieeffizienz ergriffen wurden.
- Methodik: Eine kurze Erläuterung der verwendeten Berechnungsmethodik (z. B. GHG Protocol, ISO 14064-1).
- Vorjahreszahlen: Die entsprechenden Daten des vorangegangenen Geschäftsjahres müssen zum Vergleich angegeben werden, sofern verfügbar.
SECR Reporting in 7 Schritten meistern
Die Erstellung eines konformen SECR-Berichts ist ein strukturierter Prozess. Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung hilft Ihnen, die Anforderungen effizient umzusetzen und häufige Fehler zu vermeiden.
- Qualifikation prüfen: Stellen Sie anhand der oben genannten Kriterien (Umsatz, Bilanzsumme, Mitarbeiter) fest, ob Ihr Unternehmen berichtspflichtig ist. Prüfen Sie ebenfalls, ob die Ausnahme für geringen Energieverbrauch (< 40.000 kWh) zutrifft.
- Datengrenzen definieren: Legen Sie klar fest, welche Standorte, Betriebsteile und Fahrzeuge in die Berichterstattung einbezogen werden. Dies gewährleistet die Vollständigkeit und Konsistenz Ihrer Daten.
- Energiedaten sammeln: Erfassen Sie alle relevanten Verbrauchsdaten. Dazu gehören Strom- und Gasrechnungen, Tankbelege für Firmenfahrzeuge, Daten zum Kraftstoffverbrauch von Maschinen und andere Energieträger.
- THG-Emissionen berechnen: Wandeln Sie die gesammelten Energiedaten mithilfe anerkannter Emissionsfaktoren (z. B. die von der britischen Regierung veröffentlichten) in CO₂-Äquivalente (CO₂e) um.
- Intensitätskennzahl wählen: Wählen Sie eine für Ihr Geschäftsmodell aussagekräftige Intensitätskennzahl. Dies könnte Tonnen CO₂e pro Million £ Umsatz, pro Mitarbeiter oder pro produzierter Einheit sein.
- Narrativen Teil verfassen: Beschreiben Sie die im Berichtsjahr durchgeführten Energieeffizienzmaßnahmen. Erläutern Sie die verwendete Methodik und fügen Sie Vergleichszahlen aus dem Vorjahr hinzu.
- Bericht integrieren & veröffentlichen: Fügen Sie die SECR-Informationen in den Lagebericht (Directors' Report) Ihres Unternehmens ein. Bei LLPs wird ein separater Energie- und Kohlenstoffbericht erstellt. Reichen Sie den Gesamtbericht fristgerecht beim Companies House ein.

Wie unterscheidet sich SECR von ESOS, TCFD und CSRD?
SECR, ESOS, TCFD und CSRD verfolgen unterschiedliche Ziele, richten sich an verschiedene Unternehmensgruppen und stellen jeweils eigene Anforderungen an Datenerhebung und Offenlegung.
SECR (Streamlined Energy and Carbon Reporting)
- Fokus: Jährliche Offenlegung von Energieverbrauch und Scope-1- & Scope-2-Emissionen.
- Ziel: Transparenz und Förderung der Energieeffizienz.
- Anwendungsbereich: Börsennotierte und große private UK-Unternehmen.
- Art: Obligatorische jährliche Berichterstattung im Jahresbericht.
ESOS (Energy Savings Opportunity Scheme)
- Fokus: Detaillierte Energieaudits zur Identifizierung von Einsparpotenzialen.
- Ziel: Konkrete Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs anstoßen.
- Anwendungsbereich: Große UK-Unternehmen, basierend auf Mitarbeiterzahl oder Umsatz/Bilanzsumme.
- Art: Obligatorisches Audit alle vier Jahre, keine öffentliche Berichterstattung erforderlich.
TCFD (Task Force on Climate-related Financial Disclosures)
- Fokus: Offenlegung klimabezogener finanzieller Risiken und Chancen.
- Ziel: Investoren über die Widerstandsfähigkeit der Unternehmensstrategie gegenüber dem Klimawandel informieren.
- Anwendungsbereich: Große börsennotierte UK-Unternehmen und bestimmte Finanzinstitute (seit 2022 verpflichtend).
- Art: Strategische Berichterstattung über Governance, Strategie, Risikomanagement und Kennzahlen.
CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) - Fokus: Umfassende Nachhaltigkeitsberichterstattung über Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen (ESG).
- Ziel: Standardisierung und Erweiterung der Nachhaltigkeitsberichterstattung in der EU.
- Anwendungsbereich: Große EU-Unternehmen und bestimmte Nicht-EU-Unternehmen mit signifikanter EU-Tätigkeit.
- Art: Detaillierte, prüfungspflichtige Berichterstattung nach den European Sustainability Reporting Standards (ESRS).
Welche Herausforderungen gibt es beim SECR Reporting?
Beim SECR Reporting stoßen Unternehmen besonders bei der Ersterstellung auf einige Hindernisse. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit diesen Herausforderungen ist entscheidend für eine reibungslose und konforme Berichterstattung.
Komplexe Datenerfassung und -validierung
Das manuelle Sammeln von Daten aus verschiedenen Quellen wie Rechnungen, Tankkarten und Zählerständen ist fehleranfällig und zeitaufwendig. Die Sicherstellung der Datenqualität und Vollständigkeit über verschiedene Standorte hinweg stellt eine große operative Hürde dar.
Auswahl einer aussagekräftigen Intensitätskennzahl
Die Wahl einer Kennzahl, die die Emissionsleistung des Unternehmens fair und transparent darstellt, ist nicht trivial. Eine unpassende Kennzahl kann Fortschritte verschleiern oder ein irreführendes Bild der Effizienz vermitteln.
Umgang mit komplexen Lieferketten (Scope 3)
Obwohl SECR primär Scope 1 und 2 vorschreibt, ist die Erfassung von Scope-3-Emissionen (indirekte Emissionen aus der Lieferkette) für eine ganzheitliche Klimastrategie unerlässlich. Hierfür sind präzise Daten von Lieferanten notwendig, was die Komplexität exponentiell erhöht und manuelle Prozesse schnell an ihre Grenzen bringt.

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So profitieren Sie:
Datenerfassung automatisieren: Erfassen Sie Energie- und Emissionsdaten standort- und bereichsübergreifend nahtlos in einem System, reduzieren Sie manuelle Fehler und sparen Sie wertvolle Zeit.
Dekarbonisierungspotenziale identifizieren: Nutzen Sie leistungsstarke Analysen, um gezielt Optimierungspotenziale im Energieeinsatz aufzudecken und Emissionen sowie Kosten nachhaltig zu senken.
Prüfungssichere Berichte erstellen: Erstellen Sie umfassende, auditfähige Reports, die Ihre Fortschritte transparent dokumentieren und sämtliche SECR-Offenlegungspflichten zuverlässig erfüllen.
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SECR: Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen SECR und der EU Securitisation Regulation?
SECR steht für Streamlined Energy and Carbon Reporting, eine britische Vorschrift zur Umweltberichterstattung. Die EU Securitisation Regulation ist eine völlig unabhängige Finanzmarktverordnung der Europäischen Union, die sich mit Verbriefungen befasst und keinerlei Bezug zu Energie oder Emissionen hat.
Was sind die häufigsten Fehler bei der Ersterstellung eines SECR-Reports?
Zu den häufigsten Fehlern beim SECR Reporting gehören unvollständige Datenerfassung (z. B. vergessene Kraftstoffarten), die Verwendung veralteter Emissionsfaktoren, eine fehlende Beschreibung der Methodik und eine zu vage Darstellung der Energieeffizienzmaßnahmen, die keine konkreten Handlungen erkennen lässt.
Fallen Strafen bei Nichteinhaltung der SECR an?
Ja. Da die SECR-Offenlegungen Teil des offiziellen Jahresberichts sind, kann das Companies House die Annahme verweigern, was zu Strafen für verspätete Einreichung führt. Das Financial Reporting Council (FRC) kann zudem die Berichterstattung überprüfen und bei wesentlichen Mängeln zivilrechtliche Schritte einleiten.
Wo finde ich offizielle SECR-Leitlinien?
Die detaillierten SECR-Leitlinien werden von der britischen Regierung (Department for Business, Energy and Industrial Strategy, BEIS) veröffentlicht. Es wird dringend empfohlen, sich auf diese offiziellen Dokumente zu beziehen, um die vollständige Einhaltung aller aktuellen Anforderungen sicherzustellen.


